Herzenssachen

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  • Angelika

Aktualisiert: Feb 26

Träume von Abenteuern, Sehnsucht und Hoffnung

Vertrauen finden in einer Welt die fast still steht und jede Tag kleiner zu werden scheint?



Es ist ein verregneter, kalter Februartag.

Die Wolken hängen draußen tief und ziehen direkt über meinem Dachfenster vorbei.

Es ist ist windig und kalt, und definitiv zu nass um den Fuß vor die Tür zu setzen.

Das Wetter ruft nach Einkuscheln auf dem Sofa - die Realität nach Homeschooling mit meiner Tochter. Wenigstens habe ich nicht das Gefühl draußen etwas zu verpassen.


Mein Bedürfnis, draußen in der Natur und unterwegs zu sein, ist ein wesentlicher Charakterzug von mir. Saisonbedingt ist dieser in der kalten Jahreszeit weniger ausgeprägt.

Doch dieses Jahr scheint es, als ob ich mich komplett in eine Art Winterschlaf begeben habe. Einen gefühlten sehr langen Winterschlaf - denn es ist Winter in Coronazeiten.

Und der ist nicht nur kalt, sondern kommt mir dieses Jahr besonders lange vor und scheint zuweilen etwas dunkler als sonst.


Geht Dir das auch so?


Als das mit der Pandemie vor einem Jahr los ging, muss ich gestehen, habe ich den Zustand von Langsamkeit und des Stillstand zunächst einmal willkommen geheißen.


Vielleicht lag es daran, daß ich mich noch immer ganz am Anfang meiner Selbständigkeit befand. Ich wollte eigentlich schon viel weiter auf meinem Plan sein. Aber frei nach dem Motto "Gut Ding hat Weile" lies ich mir ganz bewusst Zeit mir mein Standbein in Deutschland aufzubauen.


Vielleicht ist es manchmal gar nicht so schlecht sich etwas langsamer durchs Leben zu bewegen. Das war Rückblickend mein Glück. Denn dadurch dass noch nichts in Stein gemeißelt war, konnte ich mich relativ gut anpassen.


Und dann kam Corona und gab ein neues Tempo für ALLE vor.

Unsere produktive, effiziente Welt legte eine glatte Vollbremsung hin.

Das Hamsterrad kam über Nacht zum Stillstand und jeder war auf irgendeine Weise angehalten den Takt seines Lebens anzupassen.


Auf einmal zählte nicht mehr das Motto:"Höher, Schneller, Weiter".


Die eingelegte Zwangspause öffnete vielen die Augen und bereitete den Weg für eine tiefer gehende Frage: "Was ist mir wirklich wichtig im Leben?"


Diese Frage war eine Einladung. Und ich ging ihr auf den Grund:


Von Natur aus bin ich ein sehr intuitiver Mensch.

Um meinen Leben etwas bunter zu gestalten, stelle ich meinen Alltag dafür gerne kurzfristig auf den Kopf. Einfach so, weil ich Lust habe etwas neue auszuprobieren und für eine kleine Weile aus dem Trott ausbrechen möchte.

Wenn ich mir ein Ziel vornehme, laufe ich selten direkt von A nach B, sondern genieße den gelegentlichen Umweg der sich wie zufällig auftut.

Das macht mich nicht zum effektivsten Menschen, aber ich finde es immer wieder spannend welche neue Sichtweisen und Erkenntnisse sich dabei auftun können.


Durch den neuen Coronaalltag wurde mir bewusst wie wichtig mir diese Freiheiten sind.

Wie wichtig mir die Vorfreude auf ein kleines oder großes Abenteuer ist.

Dass durch die Einschränkung vieles davon nicht mehr in gewohnter Weise möglich war - zugegeben, ich musste erst lernen das anzunehmen.


Aber dann merkte ich auch, daß in dieser neuen Lebenssituation auch eine Chance lag:

Die Welt mal mit anderen Augen zu betrachten.


In Fotografensprache übersetzt würde ich sagen, daß ich meine Sichtweise von einem Weitwinkel- auf ein Zoomobjektiv gewechselt habe.

Das ging nicht von heute auf morgen. In der Fotografie hat jede Optik hat seine eigenen Eigenschaften und das Sehen damit will gelernt werden.

Für jemanden, der die Welt am liebsten im "Weitwinkelmodus" beschreitet, war das ein spannender Umdenkprozess.


Und zwar nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie.

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2020 war nach sehr langer Zeit, das erste Jahr in dem wir kein Flugzeug bestiegen haben. Interessanter Weise war es unsere Tochter die irgendwann anfing sich darüber zu beschweren. Man mag es ihr verzeihen, hat sie in ihrem kurzen Leben schon auf drei Kontinenten gelebt. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.


Wir haben in den letzten Jahren leidenschaftlich und ausführlich die Welt erkundet.

Wäre Corona nicht passiert, hätten wir wahrscheinlich nie die Möglichkeit wahr genommen einmal unser eigenes Land intensiver zu erkunden.

Es war das erste mal, daß wir in einem Jahr ausschließlich Urlaub in Deutschland gemacht haben. Von der Ostsee bis in die Alpen waren wir unterwegs und wirklich begeistert davon wie vielfältig und wunderschön unser Land doch ist.


„Warum denn in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah“

Ja, lieber Goethe, Recht hast Du.

Aber weist Du, es gibt viele Gründe weshalb man gerne ausschweift.


Die Sehnsucht nach dem Unbekannten, nach Exotic und Abenteuer ist nur eines davon. .

Es gibt noch einen Grund sich voller Vorfreude auf den Weg zu machen.

Und er wächst mit jedem Tag meines Wintersschlafs:

Die Sehnsucht und Vorfreude meinen Freunden und Familie nah zu sein.

Liebe Goethe, wenn Du wüsstest wie die mir fehlen.


Man sollte meinen, daß ich es als ehemaliger Expatriate gewohnt bin, lange Zeiten und über große Distanzen hinweg, von den Menschen, die mir lieb sind getrennt zu sein.


Aber diese Nummer hier ist anders.


Zum ersten mal in meinem Leben versprich so etwas wie Heimweh.

Diese Erkenntnis hat mich zugegeben erst eimal irritiert.

Schließlich waren wir uns jetzt alle geographisch näher als je zu vor.


Heimweh ist ein Gefühl das sich nie eingestellt hat, denn wir hatten es ganz gut geschafft, gesunde und auch tiefgehende Freundschaften auch über lange Zeit und Distanzen hinweg bei zu behalten.


Wir freuten uns auf unsere alljährlichen Urlaub bei dem wir für ein paar Wochen wieder in unsre alte, vertraute Welt eintauchen durften.

Es hatte etwas beruhigendes zu wissen, daß egal wie unser Leben im Ausland verlief, unsere "Heimat" noch da war und wir uns für eine Weile dort ausruhen durften.

Unsere Freunde und Familien waren, und sind unser Anker.


Diese Heimat, es gibt sie natürlich noch. Meine ist in Deutschland nicht weit weg und auch England ist im Vergleich zu früher eine Katzensprung entfernt.

Und doch scheinen beide Welten so gut wie unerreichbar.


Die Sehnsucht nach Nähe, Trost war noch nie so groß wie im Moment.

Und die Erkenntnis, daß wir mit diesem Gefühl alle im gleichen Boot und im Nebel sitzen fühlt sich surreal an.


Uns so rudere auch ich mit meinem Boot im Corona Alltag und versuche mich jeden Tag zu ankern - im Vertrauen - in mir selbst.


Ich tue es, wie ich das jedes mal getan habe wenn ich in meinem Leben Neuland betreten habe: Mit meinem Schritt auf die Yogamatte. Meine Übungen geben mir oft Halt und Erdung wenn ich das Gefühl habe mein Leben ist außer Kontrolle.


Manchmal wird meine Matte zu einem fliegender Teppich und ich begebe mich auf Reisen.

An einem Tag wie heute, blicke ich durchs Fenster in die Wolken und stelle ich mir vor, wie ich mit ihnen um die Welt ziehe. Dabei lasse ich erlebte Abenteuer vor meinen inneren Auge wieder lebendig werden.

Ein bischen wie die kleine Maus „Frederik“ aus dem gleichnamigen Kinderbuch, die statt Körner, Farben in ihrem Herzen für den Winter sammelt.


Als in der Geschichte alle Körner aufgefuttert sind, ist es Frederik der seine Geschwister mit Geschichten und Gedichten, Wärme und Ablenkung schenkt.


So fühle ich mich gerade.


Dankbar nähre ich meine Seele in dieser Zeit mit meinen Schätzen und bleibe in meinem Herzen eine Abenteurerin.




.

Und was hat all das jetzt mit Vertrauen zu tun?


Es sind nur noch ein paar wenige Wochen bis es wieder wärmer wird und es abends länger hell ist. Wenn man genau hinschaut, sieht man es schon, dass es aufwärts geht.

Das erste kleine Grün, die ersten Knospen spitzen schon heraus.


Mit jedem Tag den wir weiter gehen, wird der Nebel sich ein Stück mehr lichten.

Mit jedem Tag werden wir ein kleines bisschen klarer sehen.


Das Tempo, es wird wieder anziehen.

Der Takt der Welt - er wird bald wieder schneller schlagen.


Der Moment wird kommen, wo wir alle aus unserem Winterschlaf erwachen.

Wir werden unsere Flügel bürsten um uns wieder in das Leben stürzen.

Die Leichtigkeit wird zurück kommen.


Vielleicht nicht mehr ganz so hoch, so schnell und weit wie früher.

Weil wir gelernt haben unseren Blickwinkel anzupassen.

Weil wir verstanden haben, daß andere, essenzielle Dinge für uns wirklich wichtig im Leben sind, und wir gelernt haben die Welt wieder ein bisschen mehr mit dem Herzen sehen.


Am Ende wird das Licht die Dunkelheit vertreiben.


Dann wird auch Schritt für Schritt unser Horizont wieder weiter und es geht auf zu neuen Ufern, auf zu neuen Abenteuern die da draußen warten.


Und dann -

Lasst uns das Leben feiern und dann GANZ FEST UMARMEN, wenn wir uns wieder sehen!!






  • Angelika

Eine Grundsteinlegung in Dankbarkeit.


Das Jahr geht zu Ende. Weihnachten steht direkt vor der Tür.

Eigentlich wollte ich das Jahresende mit meiner ersten großen Story im Blog zelebrieren. Der Text dafür ist schon länger geschrieben, aber irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass er noch nicht ganz ausgereift ist.

Zunächst löste das Gefühl meine eigene Deadline nicht einzuhalten Frust aus. Aber dann ging ich auf die Suche warum das so ist. Was ist eigentlich daran so falsch ist es auch einmal nicht zu schaffen?

Ein Glas Rotwein in der heißen Badewanne brachte mich schon öfter zum Tor so mancher Erkenntnis. So auch gestern als mir mit einem Schlag bewusst wurde warum ich so zögere mit einer großen Ansage hinaus in die Welt zu gehen.


Weil mir heute etwas wichtiger ist als auf allen Social Media Kanälen bekannt zu werden.

Dankbarkeit.

Diese Webseite mit ihrer Geschichte - ich - würde nicht sichtbar werden können ohne die Menschen die mich auf meinem Lebensweg inspiriert und begleitet haben.

Darum widme ich diesen ersten Post, die Grundsteinlegung für alle weiteren Stories allen die mich bis heute auf meinem Herzensweg begleiten.

Heute an Weihnachten, daß ich trotz Corona in der Welt gesund und glücklich erleben darf möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken:



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Danke für meine Freunde in meiner "alten Heimat". Dass ihr mich in über 20 Jahren die ich nun schon weg bin nie vergessen habt. Ich danke euch für eure Neugierde, daß ich euch stets unbefangen aus meinem Leben erzählen durfte. Dass ihr mir immer wieder das Gefühl gebt ich bin noch ein Teil eures Lebens und gehöre dazu. Danke für viele Gespräche auf euren Bänkchen bei einem Glas Wein, oder Kaffe in eurem zu Hause. Für Umarmungen und Mutzusprache und vor allem, daß ich immer die bleiben durfte die ich immer war und bin.


Ihr habt mir in all den Jahren auf meiner Reise die mir Kraft gegeben, die mich geerdet hat und mich immer wieder bestärkt weiter zu gehen. Ich wusste die Türe zu euch steht immer auf und bis heute heist ihr mich mit Freude willkommen.

Danke für meine Familie die nie über mich geurteilt hat und mich meinen Weg hat gehen und finden lassen. Ich schätze mich glücklich daß, auch mit so mancher Schwierigkeit ich weis, es gibt da ein Haus in meiner Heimatstadt, dass mich immer wieder empfängt und dessen Türen immer offen stehen. Einen festen Anker auch in Form von Familie zu haben ist keine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit.

„Thank you!!“ auch an meinem Familie in England die mir das Gefühl gibt vollständiger Teil von ihr zu sein. Die mich vorbehaltlos liebt und mir mit ihrer positiven Einstellung im Leben oft ein Wegweiser war.

Ich bin unendlich dankbar zu wissen, daß alle gesund und mit einer unglaublichen Portion Optimismus durch diese Krise gehen. Wir vertrauen darauf, daß der Tag kommen wird wo wir uns wieder wirklich begegnen können.

Danke, meinen Kollegen mit denen ich früher weltweit arbeiten durfte.

Ihr habt entscheidend dazu beigetragen mich so zu formen, daß ich heute den Mut und die Kenntnis habe selbständig meinen beruflichen Weg zu gehen.

Es haben sich daraus ein paar wunderbare Freundschaften entwickelt die und mich bis heute begleiten.

Danke für all die Freundschaften die auf unserer Reise um die Welt entstanden sind. Ich glaube fest daran, daß das Universum einen Auftrag hatte uns zusammen zu bringen. Jeder einzelne von euch, ob in Shanghai, England oder den USA hatte mir etwas mitzugeben.

Im besonderen diejenigen die dabei waren als wir unsere Familie in Shanghai gegründet haben.

Ich schätze mich unendlich glücklich, daß unsere gemeinsame Reise nicht aufgehört hat, sondern wir uns bis heute gegenseitig über Grenzen hinaus bereichern. Durch euch habe ich mich neu kennenlernen dürfen. Von Anfang an habt ihr an meine Talente geglaubt und mich vor Ort unterstützt meinen Herzensweg zu gehen.

Und dann gibt es noch ein rießen großes Dankeschön an die Menschen die durch unsere Rückkehr in Deutschland neu dazu gestoßen sind. Durch euch fühlen wir uns nach all den Jahren auf Reise nun endlich angekommen.

Danke, daß ihr uns in euer Leben mit aufgenommen habt.

Es gibt noch soo viele Menschen die mich anderweitig bereichert haben oder es noch tun. Oft waren es auch Begegnungen die vielleicht nur einmalig, aber dafür umso intensiver waren.

Jedem einzelnen bin ich einfach für immer dankbar, daß sie mir etwas mitgegeben haben.

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Last, not least:


Wenn es einen Menschen gibt den ich niemals an meiner Seite missen möchte, dann ist es mein Mann . „Mr. P“ der schon mein halbes Leben mit mir durchs Leben geht.

Die Liste der Dankbarkeit ist lang. Aber wenn es eine Sache gibt für die mir heute besonders am Herzen liegt , dann die dass "Mr. P." mich gefunden hat mir immer wieder den Raum und die Zeit gibt mich zu entwickeln. Jeden Tag bestärkt er mich meinen Weg ein Stück weiter und ihn glücklich und in Freude zu gehen.

Und nicht zuletzt danke ich dem Schicksal für unsere Tochter „Little Mrs H“. Keine Worte können das Beschreiben was ich fühle, daß sie in unser Leben gekommen ist. Sie ist mein wahrer Guru der mir jeden Tag das Leben zeigt und mich ein Stückchen wachsen lässt.

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Es ist ein grauer Heilig Abend. Draußen regnet es in strömen. Der Baum ist geschmückt, die Lichter brennen und es ist wunderbar heimelig in unserem neuen zu Hause. Ich werde nun das Laptop zu machen und den Fokus von aussen nach innen zu meiner Familie legen.

Wenn wir heute dieses besondere Weihnachten feiern, dann sollt ihr alle da draußen wissen: In meinem Herzen bin ich bei euch. Es ist nicht schlimm, daß wir uns vielleicht schon „soo lange“ nicht mehr gesehen haben. Das Licht das uns verbindet das wird auch Corona nicht löschen können.

Was wir gerade erfahren wird irgendwann nur ein Abschnitt in unserem Leben sein. Einen Abschnitt den wir geschafft haben. Darauf vertraue ich.

Von ganzem Herzen schicke ich euch allen mein Licht und Liebe für dieses Fest. Ich hoffe ihr könnt es in Gesundheit und ohne Sorge feiern. Vielleicht könnt auch ihr in der Verrücktheit der Situation die Chance erkennen, einmalig in unserem Leben, uns wirklich auf uns besinnen und zur Ruhe kommen.

"Die größten Ereignisse sind nicht unsere lauten, sondern unsere stillen Stunden"

"Friedrich Nietsche"

In wünsche euch frohe Weihnachten, Glück und Vertrauen für das neue Jahr.


Bleibt Gesund!


Eure

AnGELI ka